Du möchtest klug in ETFs investieren, aber die schiere Menge an Informationen überwältigt dich? Das ist verständlich! Die gute Nachricht ist: ETFs sind tatsächlich eine super Möglichkeit, dein Geld arbeiten zu lassen, und mit ein paar einfachen Tipps kannst du deine ETFs klug auswählen und anlegen. Hier erfährst du, wie das geht, ohne dich im Dschungel der Finanzbegriffe zu verlieren.
Stell dir vor, du möchtest in viele verschiedene Unternehmen gleichzeitig investieren, aber dir fehlt das Geld und die Zeit, jede einzelne Aktie zu kaufen. Genau da kommen ETFs ins Spiel. ETF steht für „Exchange Traded Fund“, also ein börsengehandelter Fonds. Im Grunde ist ein ETF ein Korb voller Wertpapiere – zum Beispiel Aktien, Anleihen oder Rohstoffe.
Das Besondere: ETFs bilden in der Regel einen Index nach. Ein Index wie der DAX (Deutsche Aktienindex) ist wie eine Liste der größten und wichtigsten deutschen Unternehmen. Wenn du einen DAX-ETF kaufst, investierst du also automatisch in all diese Unternehmen, proportional zu ihrer Gewichtung im Index. Du greifst sozusagen auf einen Schlag auf die Performance des deutschen Aktienmarktes zu.
Warum sind sie so beliebt? Ganz einfach:
- Breite Streuung: Dein Risiko verteilt sich automatisch auf viele verschiedene Werte. Fällt ein einzelnes Unternehmen stark ab, wirkt sich das auf dein Gesamtportfolio nur begrenzt aus.
- Geringe Kosten: Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds, bei denen Fondsmanager aktiv versuchen, den Markt zu schlagen, sind ETFs meist viel günstiger. Das macht sich über die Jahre hinweg bemerkbar, gerade beim Zinseszinseffekt.
- Transparenz: Du weißt ziemlich genau, in was du investierst, weil der ETF einen bestimmten Index nachbildet.
- Flexibilität: Du kannst ETFs genauso einfach kaufen und verkaufen wie Aktien an der Börse.
Wenn du dich für Kinder ETF Tipps interessierst, könnte auch der Artikel auf der Webseite über die rechtlichen Aspekte der Elternschaft für dich spannend sein. Dort findest du nützliche Informationen, die dir helfen können, die finanzielle Zukunft deiner Kinder besser zu planen. Schau dir den Artikel hier an: Rechtliche Aspekte der Elternschaft.
Schritt 1: Deine Ziele und dein Risikoprofil klären
Bevor du auch nur einen Fuß in die ETF-Welt setzt, solltest du dir ein paar grundlegende Fragen stellen. Das ist wie vor einer Reise: Du planst doch auch, wohin du willst und wie du dorthin kommst, oder?
Warum investierst du überhaupt?
Was ist dein persönliches Ziel mit dem Geld, das du in ETFs anlegen möchtest? Geht es um:
- Altersvorsorge: Du möchtest langfristig für dein Rentenalter vorsorgen. Das bedeutet meist eine Anlage über viele Jahre, vielleicht Jahrzehnte.
- Ein großes Ziel in der Zukunft: Vielleicht sparst du für eine Anzahlung auf ein Haus, für die Ausbildung deiner Kinder oder für eine Weltreise in fünf Jahren.
- Vermögensaufbau allgemein: Du möchtest einfach dein Geld vermehren und passives Einkommen generieren.
Dein Zeithorizont – also wie lange du das Geld anlegen möchtest – ist hier entscheidend. Je länger dein Anlagehorizont, desto mehr Risiko kannst du tendenziell eingehen, da du genug Zeit hast, eventuelle Schwankungen am Markt auszugleichen. Für kurzfristige Ziele sind ETFs mit hohem Aktienanteil vielleicht nicht die beste Wahl.
Wie viel Risiko bist du bereit einzugehen?
Das ist vielleicht die wichtigste Frage überhaupt. Niemand kann dir diese Frage abnehmen, denn es ist eine sehr persönliche Entscheidung. Sei ehrlich zu dir selbst.
- Bist du eher ein Sicherheitsfan? Dann möchtest du vielleicht, dass dein Geld stabil bleibt und Verluste vermeidest, auch wenn die Rendite dadurch vielleicht geringer ausfällt.
- Bist du bereit, mehr Risiko einzugehen, um potenziell höhere Gewinne zu erzielen? Das bedeutet aber auch, dass du bereit sein musst, auch mal größere Verluste auszuhalten, wenn der Markt mal fällt.
Es gibt verschiedene Ansätze, dein Risikoprofil zu bestimmen. Von einfachen Online-Fragebögen bis hin zu detaillierteren Analysen. Im Grunde geht es darum, wie du dich fühlst, wenn dein Depot mal 10 %, 20 % oder sogar 30 % im Minus ist. Wenn der Gedanke daran dir schlaflose Nächte bereitet, dann ist einETF mit 100 % Aktienanteil wahrscheinlich nicht das Richtige für dich.
Was bedeutet das für deine ETF-Auswahl?
Wenn dein Zeithorizont kurz ist oder du sehr risikoscheu bist, könnten ETFs mit einem geringeren Aktienanteil oder eine Beimischung von Anleihen-ETFs sinnvoller sein. Wenn du langfristig und mit ordentlichem Renditepotenzial anlegen möchtest und auch kurzfristige Kursrückgänge verkraften kannst, dann sind breit gestreute Aktien-ETFs eine gute Option.
Schritt 2: Die richtige Art von ETFs auswählen
Jetzt wird es konkret. Es gibt nicht DEN einen ETF, sondern viele verschiedene Arten. Hier sind die wichtigsten, die du kennen solltest, um klug zu investieren.
Aktien-ETFs: Der Klassiker für Wachstum
Die meisten, wenn sie von ETFs sprechen, meinen sie Aktien-ETFs. Sie investieren, wie der Name schon sagt, in Aktien.
Weltweite Aktien-ETFs: Die Königsklasse der Diversifikation
Das ist oft der einfachste und effektivste Weg, um breit gestreut zu investieren. Du kaufst dir einen ETF, der die Wertentwicklung der größten Unternehmen weltweit abbildet.
- MSCI World: Dieser Index deckt rund 1.600 Aktien aus Industrieländern ab. Viele sagen, das ist der Kern einer guten ETF-Weltportfolios.
- FTSE Developed World: Eine ähnliche Abbildung wie der MSCI World, aber mit einer etwas anderen Zusammensetzung.
- MSCI ACWI (All Country World Index): Dieser Index geht noch weiter und enthält zusätzlich noch Schwellenländer (Emerging Markets) wie China, Indien oder Brasilien. Das ist noch breiter gestreut, aber oft auch etwas teurer.
Wenn du dich für einen weltweiten Aktien-ETF entscheidest, hast du schon mal einen riesigen Schritt in Richtung einer diversifizierten Anlage gemacht. Kein einzelnes Land oder wenige Unternehmen können dein Portfolio alleine nach unten ziehen.
Regionale oder Länder-ETFs: Für gezieltere Anlagen
Manchmal möchtest du vielleicht etwas spezifischer investieren. Zum Beispiel, weil du glaubst, dass der asiatische oder europäische Markt in Zukunft besonders gut laufen wird.
- ETFs auf DAX, S&P 500, Euro Stoxx 50: Hier investierst du gezielt in die größten Unternehmen Deutschlands, der USA oder Europas. Das ist weniger breit gestreut als ein Welt-ETF und somit riskanter.
- Schwellenländer-ETFs (Emerging Markets): ETFs, die sich auf Länder wie China, Indien, Brasilien oder Südkorea konzentrieren. Sie bieten potenziell höhere Renditen, sind aber auch risikoreicher und volatiler.
Warum sie gut sind: Du kannst gezielt auf bestimmte Marktchancen setzen, wenn du davon überzeugt bist.
Worauf du achten solltest: Sie sind deutlich weniger diversifiziert als ein Welt-ETF.
Anleihen-ETFs: Mehr Stabilität für dein Depot
Anleihen gelten als sicherer als Aktien. Wenn du also auf Nummer sicher gehen willst oder dein Portfolio stabiler gestalten möchtest, sind Anleihen-ETFs eine Überlegung wert.
Staatsanleihen-ETFs: Die sicheren Häfen?
Diese ETFs investieren in die Schulden von Staaten.
- Staatsanleihen mit hoher Bonität (z.B. aus Deutschland, USA): Diese gelten als sehr sicher. Die Renditen sind hier aber oft auch sehr niedrig.
- Staatsanleihen aus Schwellenländern: Hier ist das Risiko höher, aber auch die potenziellen Renditen.
Unternehmensanleihen-ETFs: Etwas mehr Rendite, etwas mehr Risiko
Diese ETFs investieren in die Anleihen von Unternehmen.
- Investment Grade Anleihen: Von Unternehmen mit guter Bonität. Sicherer, aber auch geringere Renditen.
- High Yield Anleihen (auch „Junk Bonds“ genannt): Von Unternehmen mit schlechterer Bonität. Höheres Risiko, aber auch höhere potenzielle Renditen.
Warum sie gut sind: Sie können dein Portfolio stabilisieren, besonders wenn die Aktienmärkte schwächeln. Die Renditen sind meist niedriger als bei Aktien, aber das kann für ein ausgewogenes Portfolio gewünscht sein.
Worauf du achten solltest: Die Zinsentwicklung kann den Wert von Anleihen beeinflussen. Wenn die Zinsen steigen, fallen die Kurse bestehender Anleihen eher.
Rohstoff-ETCs (nicht ETFs!): Für Inflationsschutz und Diversifikation
Rohstoffe, wie Gold, Öl oder auch Agrarprodukte, werden oft als Inflationsschutz angesehen.
- Gold-ETCs: Ein sehr beliebter Rohstoff, der oft als Wertspeicher gilt. Aber Achtung: Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Seine Wertentwicklung hängt stark von der Nachfrage und dem Vertrauen in das Edelmetall ab.
- Breit gestreute Rohstoff-ETCs: Diese bilden Körbe von verschiedenen Rohstoffen ab.
Warum sie gut sind: Sie können dein Portfolio diversifizieren und als Schutz gegen Inflation dienen.
Worauf du achten solltest: Rohstoffpreise können sehr volatil sein. Ein reiner Rohstoff-ETF ist kein Ersatz für Aktien oder Anleihen. Hier spricht man oft von ETCs (Exchange Traded Commodities), da es keine Fonds im klassischen Sinne sind.
Schritt 3: Worauf du bei der ETF-Auswahl achten musst
Es gibt Tausende von ETFs. Das macht die Auswahl nicht einfacher. Aber keine Sorge, mit ein paar Kennzahlen kannst du die Spreu vom Weizen trennen.
Die Kosten: Dein größter Feind auf lange Sicht
Das mag trivial klingen, aber die Kosten beeinflussen dein Endergebnis massiv. Die wichtigsten Kostenpositionen bei ETFs sind:
Gesamtkostenquote (TER – Total Expense Ratio)
Das ist die jährliche Gebühr, die du für den ETF zahlst. Sie wird prozentual vom Anlagevolumen abgezogen.
- Gute Welt-ETFs (z.B. auf MSCI World oder ACWI): Liegen oft bei 0,10 % bis 0,20 % pro Jahr.
- Spezifischere ETFs (z.B. auf Nischenmärkte): Können auch mal über 0,50 % liegen.
Mein Tipp: Je niedriger die TER, desto besser. Gerade bei breit gestreuten ETFs, die einfach einen Index nachbilden, gibt es keinen Grund, mehr zu bezahlen. Ein paar Zehntelprozentpunkte mögen wenig klingen, aber über 20 oder 30 Jahre machen diese Unterschiede einen riesigen Unterschied aus!
Nachbildungsart: Physisch vs. Synthetisch
ETFs können einen Index auf zwei Arten nachbilden:
- Physisch: Der ETF kauft die tatsächlichen Wertpapiere des Index. Das ist die transparentere und von vielen bevorzugte Methode.
- Voll replizierend: Er kauft alle Wertpapiere des Index in der richtigen Gewichtung.
- Optimiert oder sampling: Er kauft nur eine repräsentative Auswahl der Wertpapiere, um Kosten zu sparen. Für breit gestreute Indizes oft ausreichend.
- Synthetisch (oft als „Swap-ETFs“ bezeichnet): Hier geht der ETF eine Vereinbarung mit einer Bank ein. Die Bank garantiert die Indexrendite, und der ETF zahlt dafür eine Gebühr. Das kann bei komplexen oder schwer zugänglichen Indizes sinnvoll sein, birgt aber ein zusätzliches Ausfallrisiko der Gegenpartei (der Bank).
Mein Tipp: Wenn du die Wahl hast, entscheide dich für physisch replizierende ETFs. Sie sind transparenter und das Gegenparteirisiko ist geringer.
Fondsvolumen und Alter: Zeichen für Stabilität und Aktivität
- Fondsvolumen: Wie viel Geld ist bereits in diesem ETF investiert? Ein großes Fondsvolumen (mehrere hundert Millionen oder sogar Milliarden Euro) ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass viele Anleger dem ETF vertrauen und der ETF wahrscheinlich nicht so schnell eingestellt wird.
- Fondsalter: Wie lange gibt es den ETF schon? Ein etablierter ETF, der schon einige Jahre existiert, hat seine Tauglichkeit unter Beweis gestellt.
Warum es wichtig ist: Ein kleiner, junger ETF kann theoretisch plötzlich vom Anbieter geschlossen werden. Dann müsstest du deine Anteile verkaufen, was zu einem ungünstigen Zeitpunkt passieren könnte.
Indexauswahl: Welchen Index soll der ETF abbilden?
Wie schon kurz erwähnt, bildet ein ETF einen Index nach. Welcher Index das ist, bestimmt deine Anlage.
Breit gestreute Indizes für stabile Portfolios
- MSCI World / FTSE Developed World: Gute Wahl für Anfänger und für ein Kern-Investment.
- MSCI ACWI: Wenn du Schwellenländer dabei haben möchtest und eine noch breitere Streuung wünschst.
Performance-basierte Indizes und ihre Risiken
- Indizes mit Fokus auf bestimmte Sektoren (z.B. Technologie, erneuerbare Energien): Diese können hohe Renditen versprechen, sind aber auch risikoreicher. Sie sind oft stärkeren Schwankungen unterworfen.
- Indizes mit Fokus auf bestimmte Regionen (z.B. nur USA, nur Europa): Weniger diversifiziert als ein Welt-ETF.
Mein Tipp: Konzentriere dich am Anfang auf breit gestreute Indizes. Wenn du mehr Erfahrung hast und deine Anlageziele spezifischer werden, kannst du immer noch über gezieltere Investments nachdenken.
Ausschüttungsart: Thesaurierend oder ausschüttend?
ETFs gibt es in zwei Varianten:
- Thesaurierend (accumulating): Die Erträge (Dividenden, Zinsen) werden nicht ausgezahlt, sondern automatisch wieder in den ETF investiert. Das nutzt den Zinseszinseffekt optimal, da dein Geld schneller wächst. Perfekt für langfristige Anlagen, bei denen du reinvestieren möchtest.
- Ausschüttend (distributing): Die Erträge werden an dich ausgezahlt. Das ist gut, wenn du regelmäßig Einnahmen aus deinen Investments erhalten möchtest (z.B. zur Aufbesserung der Rente) oder wenn du die Dividenden sofort wieder selbst investieren möchtest.
Mein Tipp: Für den langfristigen Vermögensaufbau sind thesaurierende ETFs oft die bessere Wahl, da der Zinseszinseffekt hier voll zum Tragen kommt. Wenn du das Geld aber zur Einkommensgenerierung nutzen möchtest, sind ausschüttende ETFs sinnvoll.
Wenn du mehr über die Sicherheit deiner Daten beim Investieren in Kinder-ETFs erfahren möchtest, empfehle ich dir, diesen interessanten Artikel zu lesen. Er behandelt wichtige Aspekte des Datenschutzes und gibt dir wertvolle Tipps, wie du deine persönlichen Informationen schützen kannst. Du kannst den Artikel hier finden: Datenschutz für Eltern. Es ist wichtig, sich auch in der Welt der Finanzen über solche Themen im Klaren zu sein.
Schritt 4: Wo und wie du ETFs kaufst
| Kategorie | Tipps |
|---|---|
| Risikobereitschaft | Du solltest deine Risikobereitschaft kennen und entsprechend in ETFs investieren. |
| Kosten | Überprüfe die Kostenstruktur des ETFs, um sicherzustellen, dass du nicht zu viel zahlst. |
| Diversifikation | Streue deine Investitionen über verschiedene Anlageklassen, um das Risiko zu minimieren. |
| Langfristige Perspektive | Denke langfristig und halte an deinen ETF-Investitionen fest, um von langfristigem Wachstum zu profitieren. |
Jetzt kommen wir zum praktischen Teil: Wo und wie bekommst du diese ETFs ins Depot?
Depot eröffnen: Deine virtuelle Garage für Wertpapiere
Bevor du investieren kannst, brauchst du ein Wertpapierdepot. Das ist im Grunde ein Konto bei einer Bank oder einem Online-Broker, auf dem deine Wertpapiere verwahrt werden.
- Direktbanken / Online-Broker: Hier wirst du wahrscheinlich fündig, wenn du günstige Konditionen suchst. Bekannte Anbieter sind z.B. comdirect, ING, Scalable Capital, Trade Republic.
- Filialbanken: Bieten oft auch Depots an, sind aber meist teurer im Vergleich zu Online-Brokern.
Worauf du achten solltest:
- Gebühren: Wie viel kostet dich die Depotführung? Gibt es kostenlose Depotführung ab einem Mindestguthaben? Wie teuer sind ETF-Sparpläne und Einmalanlagen?
- Ordergebühren: Was kostet es dich, wenn du einmalig Anteile kaufst oder verkaufst?
- Sparplanangebote: Bieten sie kostenlose ETF-Sparpläne an? Das ist für regelmäßiges Investieren Gold wert.
- Benutzerfreundlichkeit: Ist die Plattform einfach zu bedienen und verständlich?
ETF-Sparpläne: Regelmäßig und automatisch investieren
Das ist die beliebteste Methode, um mit ETFs zu starten und langfristig Vermögen aufzubauen. Du legst einen festen Betrag fest, der in regelmäßigen Abständen (z.B. monatlich) automatisch in einen oder mehrere ETFs investiert wird.
Vorteile eines Sparplans:
- Disziplin: Du investierst regelmäßig, ohne darüber nachdenken zu müssen.
- Durchschnittspreisbildung (Cost-Average-Effekt): Du kaufst mal zu höheren und mal zu niedrigeren Kursen. Das kann langfristig zu einem besseren Durchschnittspreis führen, als wenn du einmalig investierst, wenn die Kurse gerade hoch sind.
- Geringe Einstiegshürde: Viele Broker bieten Sparpläne ab 25 € oder 50 € pro Monat an.
Mein Tipp: Wenn du noch am Anfang stehst oder dein Geld automatisiert und diszipliniert anlegen möchtest, ist ein ETF-Sparplan ideal. Such dir einen Broker, der kostenlose oder sehr günstige Sparpläne anbietet.
Einmalanlagen: Wenn du einen größeren Betrag zur Verfügung hast
Du hast vielleicht gerade Geld geerbt, eine Abfindung erhalten oder einfach größere Summen angespart, die du investieren möchtest. Klar kannst du auch Einmalanlagen tätigen.
Worauf du achten solltest:
- Timing: Der Markt kann schwanken. Wenn du einen großen Betrag auf einmal investierst und genau dann die Kurse abstürzen, kann das erstmal schmerzhaft sein.
- „Dollar Cost Averaging“ bei Einmalanlagen: Du kannst auch eine größere Einmalanlage über mehrere Monate verteilen. Anstatt z.B. 10.000 € auf einmal zu investieren, legst du jeden Monat 2.000 € an. So milderst du das Timing-Risiko ab.
Mein Tipp: Sei nicht zu verkopft beim Timing. Langfristig zählt die Investitionsdauer mehr als der genaue Einstiegszeitpunkt. Wenn du aber Risikoscheu bist, verteile größere Summen über ein paar Monate.
Schritt 5: Dein Portfolio im Blick behalten – aber nicht zu oft!
Du hast dein Depot eröffnet, deine ETFs ausgewählt und deine ersten Sparpläne eingerichtet. Super! Jetzt heißt es, geduldig zu sein.
Regelmäßiges Rebalancing: Nichts für jeden
Rebalancing bedeutet, dass du dein Portfolio an deine ursprüngliche Zielallokation anpasst. Stell dir vor, du hattest dir vorgenommen, 70 % Aktien und 30 % Anleihen zu halten. Wenn die Aktien stark gestiegen sind, ist dein Anteil vielleicht auf 80 % gewachsen. Beim Rebalancing würdest du dann einige Aktien verkaufen und mit dem Geld Anleihen kaufen, um wieder im Verhältnis 70/30 zu landen.
Vorteile:
- Hilft, das Risikoprofil deines Portfolios beizubehalten.
- Hilft, Gewinne aus gut gelaufenen Anlagen mitzunehmen und bei weniger gut gelaufenen nachzukaufen (konträre Strategie).
Nachteile:
- Kann Transaktionskosten verursachen.
- Kann bei sehr häufiger Ausführung den Kostenvorteil von ETFs schmälern.
- Ist aufwändig und nicht unbedingt für jeden nötig.
Mein Tipp: Wenn du einen breit gestreuten Welt-ETF hast und vielleicht noch eine kleine Beimischung von Anleihen, ist tägliches oder wöchentliches Rebalancing überflüssig. Einmal im Jahr oder wenn sich dein Anlageziel stark verändert, reicht völlig aus.
Was du wirklich beobachten solltest (und was nicht)
- Deine Sparrate: Steigt dein Einkommen? Kannst du deine Sparrate erhöhen? Das ist oft das Wichtigste.
- Dein Anlageziel: Hat sich dein Ziel verändert? Passt die aktuelle Anlage noch dazu?
- Die Kosten deiner ETFs: Gibt es inzwischen günstigere Alternativen für deinen ETF? Das ist eher für Fortgeschrittene interessant.
Was du nicht ständig tun solltest:
- Die Kurse täglich prüfen: Das führt nur zu unnötigem Stress und der Versuchung, Fehlentscheidungen zu treffen.
- Dich von kurzfristigen Marktschwankungen leiten lassen: Wenn der Markt fällt, ist das für langfristige Anleger oft eine Kaufchance, keine Panik nach sich ziehende Katastrophe.
Mein Tipp: Vertraue auf deine Strategie. Langfristigkeit ist der Schlüssel. Schau lieber einmal im Quartal oder Halbjahr auf dein Depot, als täglich.
Zusammenfassung: Dein Weg zum klugen ETF-Investieren
Du siehst, klug in ETFs zu investieren ist kein Hexenwerk. Es geht darum, dich und deine Ziele zu verstehen, die passenden Produkte auszuwählen und geduldig zu bleiben.
- Kenne deine Ziele und dein Risikoprofil. Das ist die Basis für alles Weitere.
- Wähle breit gestreute ETFs, die kostengünstig sind. Welt-ETFs sind oft die beste Wahl für den Anfang.
- Achtest du auf niedrige TERs, ein gutes Fondsvolumen und eine transparente Nachbildung.
- Nutze ETF-Sparpläne für regelmäßiges und diszipliniertes Investieren.
- Bleibe langfristig investiert und lass dich nicht von kurzfristigen Schwankungen aus der Ruhe bringen.
Mit diesen Tipps bist du bestens gerüstet, um deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und dein Geld klug für dich arbeiten zu lassen. Viel Erfolg!
FAQs
Was ist ein ETF?
Ein ETF, oder Exchange Traded Fund, ist ein Investmentfonds, der an der Börse gehandelt wird und einen Index wie den DAX oder den S&P 500 nachbildet.
Wie funktioniert ein ETF?
Ein ETF kauft und hält die Aktien oder Anleihen, die im zugrunde liegenden Index enthalten sind. Du kannst Anteile an einem ETF kaufen und verkaufen, ähnlich wie bei einer Aktie.
Welche Vorteile bietet ein ETF für Kinder?
Ein ETF kann eine gute Möglichkeit sein, um langfristig für die Zukunft deines Kindes zu investieren. Es bietet eine breite Diversifikation und niedrige Kosten im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds.
Wie wähle ich den richtigen ETF für mein Kind aus?
Du solltest einen ETF auswählen, der zu deinen langfristigen Anlagezielen und dem Risikoprofil deines Kindes passt. Achte auf die Kosten, die Tracking-Genauigkeit und die Größe des Fonds.
Wie kann ich ein ETF-Konto für mein Kind eröffnen?
Du kannst ein ETF-Konto für dein Kind bei einer Bank oder einem Online-Broker eröffnen. Du wirst wahrscheinlich ein spezielles Konto für Minderjährige eröffnen müssen und als gesetzlicher Vertreter handeln.